Drei zufällig ausgewählte Gedichte aus dem Opus

Die Jagd

Verschlossen ist der Raum.
Die Jagd ist angekündigt.
Die Jäger lauern und wittern hinter jedem Baum.
Und jeder Hund ist seines Herrchens würdig.

Du lässt die ersten Türen für dich öffnen.
Nun hat die Jagd begonnen.
Du wirst die weit'ren Türen rammen müssen, immer öfter,
So hoffnungsvoll und so am Ende nichts gewonnen.

Und wenn du starke Beine hast,
So wirst du eine Weile lang deinen Verfolgern noch entfliehen.
In diesem Rennen hegen deine Jäger keine Hast.
Ein bisschen Zeit wird dir großzügig gern geliehen.

Erreichst du zwischendurch ein Zufluchtsort,
So wird man dich sofort von da verlangen.
Wo du zur Ruhe kommen könntest, ist kein fester Ort.
Wo auch immer du grade bist, bist du darin gefangen.

Und wenn du dieses Rennen aufgibst,
So hast du diese Jagdsaison verloren.
Du bleibst dein ganzes Leben in dem gleichen Raum stecken, bist du stirbst,
Und hast durch deine Lauferei lediglich die Nachbarschaft verworren.

Wenn du dein Zwischenziel dennoch erreichst,
So musst du gleich darauf weiter rennen.
Ein neues Ziel wird dir prompt überreicht.
Du willst doch deine Chancen nicht verpennen?

Zuviel Gewicht

Wieso liegst du in deinem Bett?
Du fühlst dich nicht ganz recht?
Du wolltest eben aufstehen,
Dich munter machen, dich mindestens umdrehen?

Du machst es trotzdem nicht.
Du hast zu viel Gewicht!
Nicht das Gewicht der Körpermaße,
Sondern die Last der psychologischen Ekstase.

Zu viel Gewicht dank Frustration,
Zu wenig von der Selbstmotivation.
Zu oft hast du bis dato Dinge falsch gemacht.
Du denkst, dass man dich jetzt dafür verlacht.

Jetzt hast du Angst, neu anzufangen.
Du willst und kannst nichts mehr von dir verlangen.
Doch wozu lebst du überhaupt noch,
Wenn solche Frust dich unterjocht?

Deswegen steige aus dem Bett.
Du bist dein Herr. Du bist kein Knecht.
Versuche erst die Dehnübungen zu machen.
Beschäftige dich einfach drauflos mit irgendwelchen Sachen.

Häschen in den Wäldern

Fröstelt meine Kehle,
Hart wird meine Zunge.
Es wird nicht mehr heller.
Ich sitz' still im Bunker.

Was soll ich jetzt machen?
Mein Verstand hinüber.
Keine warmen Sachen.
Alles wird trüb und trüber.

Keine warme Socken,
Bitte, nur ein Paar.
Socken, warme Socken,
Socken ganz und gar.

Es wird immer kälter.
Es ist mir egal.
Häschen in den Wäldern.
Vater Frost total!