Drei zufällig ausgewählte Gedichte aus dem Opus

Der Tag

Ein Tag bricht an. Er ist schon da.
Sein Anbeginn ist ein Fauxpas.
Soll ich ihn etwa ignorieren,
Und meinen Job spontan quittieren.

Ich mache diesen Tag, wie immer, langsam kalt
Mit widerwilliger und trotziger Gewalt.
Ich wart' darauf, dass er einfach aufhört
Und dass er insbesond're nachts mich nicht mehr stört.

Gehört der Tag zu mir? Gehöre ich zu ihm?
Dann ist die Lage noch prekärer, richtig richtig schlimm.
Ich möchte diese Bürde nicht alleine auf mich nehmen.
Ich werde irgendwas dagegen unternehmen.

Verkleidung

Um leichter in dem Leben auszukommen,
Und um in den Genuss von Privilegien zu kommen,
So braucht man bestimmte Künste,
Verlagert man damit sich günstig.

Um ein volltreffliches Ergebnis zu erzielen,
Muss man vorausdenkend das Gewünschte anvisieren.
Es kommt darauf an, wie gut du es anpackst.
Pass nüchtern auf, wo und was du sagst.

Ein richtiger Anpacker ist ein Schauspieler,
Gesegnet mit dem Werkzeug eines Killers.
Die Trümpfe sind aufseiten der Verwandlungskünstler.
Sie sind mit besten Materialien ausgerüstet.

Man muss sich prompt verschleiern können,
Man darf sich keine Unachtsamkeiten gönnen,
Denn dann kannst du das Spiel verlieren.
Dann helfen nicht mal ehrliche Manieren.

Verwende ruhig jede List.
Hab keine Angst zu wühlen durch den ganzen Mist.
Verausgabe deine Künste bis zum Limit.
Die Schminke, die Gebärde, der Ausdruck, die Pantomime!

Die Wahrheiten

Man unterscheidet zwischen zwei Wahrheiten,
Wie im Binärcode zwischen zwei Einheiten.
Durch eine wohlgelungene Kombination
Entsteht ein Klumpen aus einer kombinierten Missinformation.

Entweder liest man aus dem Datenmüll rare Körnchen auf,
    oder einem wird es von dem Überfluss zunehmend dunkler.
So bilden sich verschiedene mal überzeugende,
    mal weniger Entwürfe in dem großen Infoschungel.
Das Dualismusspiel mit etwas Pro und etwas Kontra wird nicht aufhören.
Keine Synthese wird die Zerrissenheit des Codes zerstören.