Drei zufällig ausgewählte Gedichte aus dem Opus

In der Mitte zwischen den Ecken

Wenn ich in einer Ecke sitze
Und warme Kleider um den Leib besitze,
So kann der Wind mich nicht erreichen,
Die Sonnenstrahlen können mich nicht sonderlich bereichern.

Wenn ich mich in die Mitte setze
Und mich den Wirkungen der Sonnenstrahlen aussetze,
So zieht der Wind durch meinen Leib.
Ich bin gleichzeitig nass und kalt und triefe Schweiß.

Ich muss mich öfters an- und ausziehen,
Ich bin die ganze Zeit damit beschäftigt,
    wie, wann, für wen, wie oft ich mich umziehe.
Es ist ein ewiges Abwägen:
Im Fokus in den Strahlen und im Wind
    oder lieber peripher unauffällig sich bewegen?

Selbstmitleid

Die gnadenlose Sonne brennt im Herzen.
Ich stelle auf den Boden eine Kerze.
Und lasse mich auf jenen nieder,
Gedrückt vom inneren Gewitter.

Der Alltag wird sich meiner einvernehmen,
Wenn ich sofort selbst nichts dagegen unternehme.
Ich schlitze meinen Magen auf
Und mache meinen Körper auf.

Rasch reiße ich mein Herz hinaus
Es kommt mir vor wie eine kleine Maus.
Es schlägt in meinen Händen hilflos.
Es kämpft mit allen Kräften… und doch sinnlos.

Ich wollte mich von diesem Stückchen Fleisch entbinden,
Um auf diese Weise meine Ruhe doch zu finden.
Es betet um die Gnade, blutet, weint.
Ich stecke es, gerührt, zurück. Wir sind erneut vereint.

Ein Stein im Herzen

Steckt ein Stein in deinem Herzen,
Schmeiß ihn ruhig aus dem Fenster.
Dabei kann das Fenster platzen:
Besser als sich an der Brust zu kratzen.