Drei zufällig ausgewählte Gedichte aus dem Opus

Verreisen

Du sitzst in Zug und fährst dahin.
Du fühlst dich stark wie Alladin.
Du glaubst: Erreicht man ein Bestimmungsort:
Erfühlen sich die Wünsche dort.

Doch wenn's nicht klappt, so fährst du fort.
Vielleicht erreichst du einen anderen Ort…
Man zwingt dich eine Weile, weiterhin zu träumen,
Und immer wieder deinen Sitzplatz aufzuräumen.

Doch wenn das neue Ort dir doch nicht gefällt,
So suchst du deine Nische ferner in der Welt.
Du reist und hetzst,
Dann hast du Zweifel… Du bist verletzt.

Allmählich hasst du deine Welt,
Und wenn du nicht gleich einem Hund sein willst, der ständig bellt,
So schließt du dich im Zimmer ein
Und lässt das Reisen einfach sein.

Ein Loch im Magen

Verschlingt man eines Tages eine Gabel,
So fürchtet man sich um den Magen.
Denn jede Gabel spendet ein bis zwei Paar Löcher.
Sie gehen manchmal richtig durch die Knochen.

Aus diesen Löchern fließen hinterher Mahlzeiten
So stetig und so konsequent wie die Gezeiten.
Und es ist peinlich und unangenehm,
Wenn die Mahlzeit durchsickert. Es ist einfach unbequem.

Am besten wäre es, das Loch zu stopfen.
Doch wie erkennt man, woraus es am Ende tröpfelt?
Die Löcher sehen alle gleich aus.
Der Magen ist an sich ein Löcherhaus.

Was machst du dann in solchen Fällen?
Was unternimmst du, um das Loch zu schmälen?
Für welches wirst du dich entscheiden?
Wie schonst du deine Eingeweide?

Es ist allein dir vorbehalten,
Das Leck aller Lecks aufzuhalten.
Du kannst dabei dein Leck, dein Loch, dein Ziel verfehlen.
Doch andersrum wirst du dich ganzen Tag ernähren.

Blumig

Die Finger tanzen ein Ballett.
Der Hals dreht eine Pirouette.
Die Zunge biegt sich wie ein Kaugummi.
Und alles wirkt um mich so fröhlich und so blumig…

Ich fühle mich befreit und kräftig
Und jeder Aufgabe mächtig.
Ich leide unter starken Drogen.
Es dauert noch einpaar Wochen…