Drei zufällig ausgewählte Gedichte aus dem Opus

Selbstmitleid

Die gnadenlose Sonne brennt im Herzen.
Ich stelle auf den Boden eine Kerze.
Und lasse mich auf jenen nieder,
Gedrückt vom inneren Gewitter.

Der Alltag wird sich meiner einvernehmen,
Wenn ich sofort selbst nichts dagegen unternehme.
Ich schlitze meinen Magen auf
Und mache meinen Körper auf.

Rasch reiße ich mein Herz hinaus
Es kommt mir vor wie eine kleine Maus.
Es schlägt in meinen Händen hilflos.
Es kämpft mit allen Kräften… und doch sinnlos.

Ich wollte mich von diesem Stückchen Fleisch entbinden,
Um auf diese Weise meine Ruhe doch zu finden.
Es betet um die Gnade, blutet, weint.
Ich stecke es, gerührt, zurück. Wir sind erneut vereint.

Blumig

Die Finger tanzen ein Ballett.
Der Hals dreht eine Pirouette.
Die Zunge biegt sich wie ein Kaugummi.
Und alles wirkt um mich so fröhlich und so blumig…

Ich fühle mich befreit und kräftig
Und jeder Aufgabe mächtig.
Ich leide unter starken Drogen.
Es dauert noch einpaar Wochen…

Die Wahrheiten

Man unterscheidet zwischen zwei Wahrheiten,
Wie im Binärcode zwischen zwei Einheiten.
Durch eine wohlgelungene Kombination
Entsteht ein Klumpen aus einer kombinierten Missinformation.

Entweder liest man aus dem Datenmüll rare Körnchen auf,
    oder einem wird es von dem Überfluss zunehmend dunkler.
So bilden sich verschiedene mal überzeugende,
    mal weniger Entwürfe in dem großen Infoschungel.
Das Dualismusspiel mit etwas Pro und etwas Kontra wird nicht aufhören.
Keine Synthese wird die Zerrissenheit des Codes zerstören.